UFOP diskutiert in Berlin ?ber Chancen und Herausforderungen pflanzlicher Proteine und europ?ischer K?rnerleguminosen
Berlin,23.09.2026 ? Pflanzliche Proteine sind l?ngst in der ?ffentlichen Diskussion angekommen. Doch was braucht es, damit Lebensmittel auf Basis von Ackerbohnen, K?rnererbsen, S??lupinen oder Sojabohnen auch dauerhaft im Alltag der Menschen ihren Platz finden? Beim f?nften Pflanzenprotein Symposium der Union zur F?rderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) am
22. September in Berlin wurde deutlich, dass daf?r viele Faktoren zusammenspielen. Gesundheitliche Aspekte und Verbraucherw?nsche geh?ren ebenso dazu wie attraktive Produkte, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und ein Handel, der neue Angebote erfolgreich in seine Sortimente integriert.
Den Blick zun?chst bewusst ?ber die aktuellen Marktfragen hinaus richtete Futurologe Max Thinius. Er besch?ftigte sich mit Ver?nderungen von Ern?hrung, Konsum und Lebenswelten und der Frage, wie daraus neue M?glichkeiten f?r pflanzliche Lebensmittel entstehen k?nnen. Seine Impulse wurden anschlie?end gemeinsam mit dem Publikum tiefgehend diskutiert. Wie gro? die Chancen f?r H?lsenfr?chte tats?chlich sind, entscheidet sich jedoch nicht allein an Zukunftsbildern. Wissenschaftliche Erkenntnisse m?ssen ebenso ber?cksichtigt werden wie die Erwartungen der Menschen, die die Produkte schlie?lich kaufen und essen. Prof. Dr. Sarah Egert von der Universit?t Bonn stellte dazu Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt LeguPlan vor, das die Stoffwechseleffekte einer leguminosenreichen Ern?hrung auf der Grundlage der Planetary Health Diet untersucht. Prof. Dr. Holger Buxel von der Fachhochschule M?nster nahm die Verbraucherseite in den Blick und zeigte, wie alternative Proteinquellen wahrgenommen werden und welche Faktoren ihren Verzehr beeinflussen.
Gerade zwischen einer grunds?tzlich positiven Einstellung gegen?ber pflanzlicher Ern?hrung und dem tats?chlichen Konsum liegt weiterhin eine entscheidende Herausforderung. Ob ein
Produkt regelm??ig gekauft wird, h?ngt nicht nur von seinem ern?hrungsphysiologischen Nutzen ab. Geschmack, Preis und Qualit?t sind die wichtigsten Gr?nde f?r den Kauf, erl?uterte Verena Wiederkehr von BILLA.
Im Gespr?ch mit der Plant-Based-Expertin ging es um die Entwicklung des ?sterreichischen Marktes, Ver?nderungen im Sortiment und die Bedeutung der Eigenmarken sowie die Selbstverst?ndlichkeit pflanzlicher Produkte im Lebensmittelangebot. ?Wenn wir in die Zukunft schauen, m?ssen wir mit pflanzlichen Produkten Mehrwert schaffen?, sagte Wiederkehr im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Sortimentes. Dass sich Markterfolg und Produktqualit?t gegenseitig bedingen, zeigte sich auch bei den Beitr?gen aus Forschung und Produktentwicklung. Sharline Nikolay vom Max Rubner-Institut stellte am Beispiel der Ackerbohne die M?glichkeiten vor, die Rohstoffqualit?t von K?rnerleguminosen durch gezielte Trockenfraktionierung zu optimieren.
Rebecca Bohlmann von Planteneers nahm die ver?nderten Anforderungen an pflanzliche Produkte in den Blick: Geschmack und Textur bleiben wichtige Kriterien, gleichzeitig besch?ftigen Themen wie Zutatenlisten, Verarbeitung und Verbraucherw?nsche die Produktentwicklung. Wie unterschiedlich Unternehmen diese Anforderungen in konkrete Produkte ?bersetzen, zeigte die abschlie?ende Diskussionsrunde. Nils Steiger von Friends not Food, Markus M?ck von MoreThanWell und Jonathan Kanbicak von REVOJA berichteten aus ihrer Start-up-Praxis. Ihre Konzepte unterscheiden sich, die Herausforderungen ?hneln sich jedoch in vielen Punkten. Gute Ideen m?ssen sich in marktf?hige Produkte ?bersetzen lassen, Verbraucherinnen und Verbraucher ?berzeugen und zugleich wirtschaftlich tragf?hig sein.
F?r die UFOP liegt genau in dieser Verbindung der verschiedenen Perspektiven eine wichtige Voraussetzung f?r die weitere Entwicklung des Marktes. ?Ackerbohnen, K?rnererbsen, S??lupinen und Sojabohnen aus Europa k?nnen in der Zukunft eine wichtige Rolle in Z?chtung, Anbau, Lebensmittelindustrie, Lebensmitteleinzelhandel und letztendlich auf unser aller Speiseplan spielen?, res?mierte UFOP-Gesch?ftsf?hrer Stephan Arens. ?Dazu muss die Politik helfen, die n?tigen Rahmenbedingungen zu schaffen?, so Arens weiter und appellierte an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer den Protein-Aktionsplan der Europ?ischen Union f?r Deutschland zu adaptieren.
Das Pflanzenprotein Symposium fand 2026 zum f?nften Mal statt. Es bringt Akteure aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Handel und Produktentwicklung zusammen
und f?rdert den Austausch ?ber die Nutzung pflanzlicher Proteine und die weitere Entwicklung der Wertsch?pfungsketten f?r K?rnerleguminosen.
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